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Den Kampf gegen die Masern aktiv aufnehmen

Verhaltensregeln und Maßnahmen bei Masern

Seit der Einführung des für Eltern kostenfreien Impfprogramms treten Masern in Österreich viel seltener auf als noch vor einigen Jahrzehnten. Trotzdem werden pro Jahr immer noch zahlreiche Masernerkrankungen gemeldet – Tendenz wieder steigend.

Um die Ausbreitung aufzuhalten, kann jede/r Einzelne aktiv werden. 98 von 100 Personen, die mit dem Virus in Kontakt treten und nicht immun sind, stecken sich an. Trotzdem mehrfach und wiederholt auf die Gefahren einer Masernerkrankung hingewiesen wurde und wird, verweigern Eltern eine Schutzimpfung ihrer Kinder und gefährden damit die Gesundheit anderer Menschen. Gesundheitsstadtrat Franz X. Gruber appelliert an die InnsbruckerInnen sich impfen zu lassen: „Der Krankheitsverlauf von Masern verläuft bei mindestens jeder 10.000 Erkrankung tödlich. In unserer Zeit, bei dem Stand der Medizin und unserem hohen Bildungsniveau sollte niemand mehr wegen einer Masernerkrankung sterben müssen. Bitte nehmen Sie das kostenlose Impfprogramm der Stadt Innsbruck in Anspruch.“

Kostenloses Impfprogramm

Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Neben sauberem Wasser, zählen diese zu den Errungenschaften, die den größten Effekt auf den Rückgang der weltweiten Sterblichkeit und die Verbesserung der Lebensqualität erzielen konnten.
Seit zwanzig Jahren gibt es das kostenlose Impfprogramm des Bundes, der Bundesländer und Sozialversicherungsträger. Ziel war und ist es, Kinder bis zum 15. Lebensjahr die wichtigsten Impfungen zu ermöglichen, ohne dass den Eltern dafür Kosten entstehen. Das Programm basiert auf dem Impfplan, der vom nationalen Impfgremium in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium erstellt und aktualisiert wird.
Wichtig ist die Erhöhung der Durchimpfungsrate, bestenfalls auf 95 Prozent. Dadurch können Krankheiten, deren Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt, eliminiert werden. Zu diesen Krankheiten gehören beispielsweise Polio(myelitis), Hepatitis B, Masern und Keuchhusten. „Die Gefahr darf nicht unterschätzt werden. Deshalb setzt die Stadt Innsbruck auf konkrete Bewusstseinsbildung und Vorsorge. Sie bietet im Rahmen des Impfprogrammes kostenlose Impfungen inklusive einer Masern/Mumps/Röteln-Impfung für alle Innsbruckerinnen und Innsbrucker an“, betont der für das Gesundheitswesen zuständige Stadtrat Franz X. Gruber.

Öffnungszeiten: Mo., Di., Do. und Fr. 8.00 bis 11.00 Uhr und nach Vereinbarung;
Tel.: +43 512 5360 1128

Symptome erkennen und richtig reagieren

Die ersten Beschwerden treten ungefähr acht bis zehn Tage nach der Ansteckung auf. Erkrankte sind bereits etwa drei bis fünf Tage, bevor der Ausschlag sichtbar wird, ansteckend. Nach Auftreten des Hautausschlages ist man noch für vier Tage ansteckend.
Zu Beginn der Masern-Erkrankung zeigen sich Beschwerden wie hohes Fieber, Husten und Schnupfen sowie Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum und der Augen-Bindehaut. Erst nach einigen Tagen bildet sich der typische Hautausschlag, der sich vom Kopf her langsam über den ganzen Körper ausbreitet. Die Abwehrkräfte des Körpers sind währenddessen stark geschwächt. Das Risiko weiterer Erkrankungen und bakterieller Infektionen steigt. Begleitet von hohem Fieber, geht der Ausschlag nach drei bis vier Tagen wieder zurück. Dabei kann es zu einer Schuppung der Haut kommen.

Amtsarzt Dr. Hans-Peter Rammer empfiehlt sich nach folgenden Punkten zu verhalten:

  • Bevor ein Arzt aufgesucht wird, muss dieser über den Verdacht einer Masern-Infektion informiert werden, damit das Praxisteam entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen kann.
  • Wer an Masern erkrankt, muss dringend Bettruhe einhalten und den Kontakt mit anderen Mitmenschen vermeiden.
  • Masern können nicht behandelt werden. Es kann lediglich bei Symptomen, wie beispielsweise Fieber, für Linderung gesorgt werden.
  • Bei Masern gelten die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes. Kinder und Erwachsene, bei denen eine Masern-Infektion festgestellt wurde bzw. der Verdacht darauf besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen oder dort tätig sein. Betroffene müssen ihr Umfeld über die Erkrankung informieren.
  • Für mindestens fünf Tage nach dem Auftreten des Hautausschlages ist eine Wiederaufnahme einer Tätigkeit bzw. ein Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen nicht möglich. Über den genauen Zeitpunkt der Wiederaufnahme entscheidet die behandelnde Ärztin, der behandelnde Arzt oder das zuständige Gesundheitsamt.

Kinderkrankheiten bei Erwachsenen

Die geringe Durchimpfungsrate in Österreich bewirkt, dass sich die Krankheiten langsamer ausbreiten. Dies führt dazu, dass die Menschen erst im Erwachsenenalter, mit schwererem Krankheitsverlauf, erkranken. Masern beispielsweise sind keine harmlose Kinderkrankheit: Sechs Prozent aller Erkrankten erleiden eine Lungenentzündung, jede bzw. jeder tausendste eine Entzündung des Gehirns mit einer Sterblichkeit von 25 Prozent und einem Risiko für schwere Folgeschäden von 30 Prozent. Im Anschluss an eine Maserninfektion kommt es zu einer jahrelangen Immunschwäche – keinesfalls wird, wie von manchen ImpfgegnerInnen behauptet, das Immunsystem gestärkt. Besonders gefürchtet ist die meist nach einigen Jahren bei jeder bzw. jedem Zehntausendsten auftretende SSPE, eine Gehirnentzündung, die immer tödlich verläuft. VL

Kontakt und Auskunft:

Referat Gesundheitswesen
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 08.00 bis 11.00 Uhr
Rathaus, Maria-Theresien-Straße 18, 1. Stock
Tel.: +43 512 5360 1150 und 1144
www.innsbruck.gv.at (Leben/Soziales > Gesundheit)